Eigentlich sollte man richtiges Sitzen schon in der Kindheit lernen, denn sobald sich die falsche Sitzhaltung erstmal eingeprägt hat, schrumpft die Muskulatur. Folgen sind Bandscheibenvorfälle und Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen.

Aber viel Sitzen ist nicht nur gefährlich für die Bewegungsapparatur, sondern auch für unsere inneren Organe. Zu viel Sitzen kann neben Wirbelsäulenbeschwerden auch Hirnblutungen, Herzinfarkte und Nierenkrankheiten verursachen.

Sitzen ist schlimmer als Stehen

Die meisten wissen gar nicht, dass man seine Wirbelsäule im Sitzen fast um das Doppelte belastet als im Stehen – wie auch auf der Abbildung zu sehen ist. Wenn all dieser Druck auch noch halbseitig und unregelmäßig verteilt wird, können echte Krankheiten wie Bandscheibenvorfälle oder Gelenksverkalkungen entstehen.

 

 

Am besten umgeht man das mit gezieltem Sport, da die Bewegung die Durchblutung der Muskeln fördert und gegen Knochenschwund hilft.

Aber wie sitzt man eigentlich richtig?

Die Höhe des Sessels ist genau dann richtig, wenn Knie und Hüfte ca. im 100-110° Winkel sind und die Fußsohle komplett aufliegt.

Die Sitzfläche soll genau so groß sein, dass die Stuhlkante die Kniekehle nicht einschneidet, wenn man ganz nach hinten rutscht.

Die Rückenlehne soll den unteren Teil der Schulterblätter stützen. Noch besser ist, wenn auch der untere Rücken gestützt wird.

Wenn die Sitzfläche mobil oder instabil ist, wie z.B. auf Luftkissen, dann sind die Muskeln auch beim Sitzen aktiv und verkümmern nicht.

Auch der Tisch sollte die richtige Höhe haben, damit man weder krumm, noch mit hochgezogenen Schultern davor sitzen kann und die Unterarme beim Schreiben komfortabel auf der Tischplatte aufliegen.

Kindern sollte man Stühle kaufen, die der Körpergröße angepasst werden können, damit sie im Laufe ihres Wachstums immer in richtiger Haltung sitzen.

Wer auf Grund seiner Arbeit den ganzen Tag sitzt, sollte mindestens stündlich aufstehen und ein paar Übungen machen. Wir empfehlen sogar beim Sitzen ein paar Übungen zu machen, sei es Muskelübungen oder einfaches Strecken.

Täglich halbe Stunde Bewegung – und nein, Spazieren reicht nicht!

Knochen brauchen Druck, die Sehnen Anspannung und die Muskeln Kontraktionen. Regelmäßiger Sport ist also unerlässlich. Eine halbe Stunde am Tag sollte drin sein, und zwar nicht nur in Form von Spaziergängen, sondern dynamischere Bewegungen, sogenannte Cardio Übungen (der Puls sollte über 120 steigen). Dafür eignen sich Sportarten wie Schwimmen, Fahrradfahren oder auch Tanzen.

Die Muskeln sollten täglich gestärkt, aber auch gedehnt werden. Übungen für mehr Körperbewusstsein sind optimal, wie z.B. beim Yoga und Pilates.